Ein Dankbarkeitsbaum ist viel mehr als nur eine schöne und einfache Bastelidee. Während Kinder schneiden, kleben und gestalten, entstehen ganz nebenbei wertvolle Gespräche über schöne Erlebnisse, besondere Menschen und kleine Momente, die den Alltag bereichern. Warum das wichtig ist, oder wie ihr das weiter unterstützen könnt, könnt ihr hier nachlesen.
Gerade im oft hektischen Familienleben bleibt für ernste Gespräche manchmal nur wenig Zeit. Umso schöner ist es, wenn ein gemeinsames Bastelprojekt einen Anlass schafft, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ein Dankbarkeitsbaum lädt Kinder dazu ein, ihre Gedanken in Worte zu fassen und sich bewusst mit den Dingen auseinanderzusetzen, die ihnen wichtig sind.
Das Schöne daran: Es gibt kein richtig oder falsch. Auf den Blättern darf alles stehen, was für das Kind Bedeutung hat – von der Lieblingsoma über das Kuscheltier bis hin zum gemeinsamen Eisessen oder einem sonnigen Tag auf dem Spielplatz.
Mein Favorit auf unserem Baum: Die Tochter ist dankbar, dass Papa mit dem kleinen Sohn spazieren geht und wir Mädels unsere Ruhe haben ... tja, Kinder eben 🙂
Das benötigt ihr für euren Dankbarkeitsbaum

Für den Dankbarkeitsbaum braucht ihr nur wenige Materialien. Die meisten davon finden sich ohnehin in vielen Bastelschubladen:
- einen weißen Karton als Grundlage (geht natürlich auch eine andere Farbe, oder ein anderes Material als Hintergrund)
- braunes Tonpapier für den Baumstamm
- buntes Tonpapier für die Blätter
- Schere
- Kleber
- Stifte
Wer mag, kann zusätzlich Sticker, Glitzer oder kleine Naturmaterialien verwenden und den Baum ganz individuell gestalten.
Den Hintergrund vorbereiten

Bevor der Baum aufgeklebt wird, darf der Hintergrund gestaltet werden.
Kinder haben dabei meist die schönsten Ideen. Vielleicht entsteht eine grüne Wiese mit bunten Blumen. Vielleicht scheint die Sonne zwischen kleinen Wolken hervor oder es fliegen Schmetterlinge über den Himmel.
Lasst euer Kind den Hintergrund möglichst selbst gestalten. Es muss nicht perfekt aussehen. Gerade die kindlichen Zeichnungen machen den Dankbarkeitsbaum später zu einer ganz persönlichen Erinnerung.
Außerdem: solange die Kinder sich am Hintergrund austoben, haben die Erwachsenen Zeit in Ruhe Baumstamm und Blätter vorzubereiten.
Baumstamm und Blätter ausschneiden

Jetzt wird das Tonpapier vorbereitet.
Zeichnet einen Baumstamm auf braunes Tonpapier und schneidet ihn aus. Anschließend entstehen aus buntem Tonpapier viele kleine Blätter in unterschiedlichen Farben und Größen.
Je mehr Blätter vorbereitet werden, desto größer kann der Dankbarkeitsbaum wachsen.
Vielleicht füllt ihr heute nur fünf Blätter aus und ergänzt in den nächsten Wochen immer wieder neue Erinnerungen.
So wird aus einer einmaligen Bastelidee ein kleines Familienprojekt.
Den Dankbarkeitsbaum gemeinsam gestalten

Nun beginnt der schönste Teil.
Klebt zuerst den Baumstamm auf den vorbereiteten Hintergrund.
Jetzt darf jedes Blatt beschriftet werden.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Dinge aufzuschreiben. Oft reicht schon ein einzelnes Wort.
Zum Beispiel:
- Mama
- Papa
- Oma
- Opa
- mein Kuscheltier
- unser Hund
- Eis essen
- Urlaub
- Freunde
- Fußball
- Basteln
- Sonnenschein
Gerade jüngere Kinder können ihre Antworten auch erzählen, während ein Erwachsener die Blätter beschriftet.
Anschließend werden die Blätter nach und nach an den Baum geklebt.
Mit jedem Blatt wächst der Dankbarkeitsbaum ein kleines Stück weiter.
Nutzt den Dankbarkeitsbaum als Gesprächsanlass

Eigentlich beginnt das Bastelprojekt erst jetzt.
Denn der Baum lädt immer wieder dazu ein, gemeinsam stehen zu bleiben und über die einzelnen Blätter zu sprechen.
Hilfreiche Fragen können sein:
- Worüber hast du dich heute besonders gefreut?
- Wem möchtest du heute Danke sagen?
- Was war dein schönster Moment?
- Worauf bist du heute stolz?
- Wem hast du heute geholfen?
- Wer hat dir heute geholfen?
- Was möchtest du unbedingt auf deinem Baum ergänzen?
Es gibt dabei keine falschen Antworten.
Manche Kinder erzählen sofort sehr viel.
Andere brauchen etwas Zeit.
Beides ist völlig in Ordnung.
Ein Dankbarkeitsbaum darf wachsen
Das Schönste an einem Dankbarkeitsbaum ist, dass er niemals fertig sein muss.
Immer wieder können neue Blätter hinzukommen.
Vielleicht nach einem Ausflug.
Nach einem Geburtstag.
Nach den Sommerferien.
Oder einfach nach einem besonders schönen Nachmittag.
So entsteht nach und nach eine kleine Sammlung gemeinsamer Erinnerungen.
Gerade nach einigen Monaten macht es viel Freude, ältere Blätter noch einmal zu lesen und sich gemeinsam daran zu erinnern.
Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt
Der Dankbarkeitsbaum ist nur eine von vielen Möglichkeiten.
Es muss nicht mal ein Baum sein, auch andere Motive können in Frage kommen – zum Beispiel ein Korallenriff, einen Vogel mit Federn, bunte Regentropfen oder eine Blume. Sticker eignen sich außerdem hervorragend, um das Bild zusätzlich zu verzieren.
Vielleicht passt ein anderes Motiv sogar besser zu eurem Kind. Das Wichtigste ist ohnehin nicht die Form.
Entscheidend sind die Gespräche, die beim Basteln entstehen.
Mein Fazit
Für mich ist ein Dankbarkeitsbaum viel mehr als eine Bastelarbeit.
Er schafft Zeit füreinander.
Er lädt Kinder dazu ein, ihre Gedanken auszusprechen.
Und er erinnert uns Erwachsene daran, dass Dankbarkeit oft in den kleinen Dingen steckt.
Vielleicht wächst an eurem Baum nicht nur ein neues Blatt nach dem anderen – sondern auch viele schöne Gespräche, an die ihr euch noch lange erinnern werdet.
